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RADONSAUGER, RADONTURBINEN: Was ist das?

Radon (Rn) ist ein radioaktives, farb- und geruchloses Edelgas, das überall im Erdreich aus Uran-haltigen Gesteinen und Böden durch radioaktiven Zerfall entsteht. Als mobiles Gas dringt es mittels Konvektion aus dem Untergrund in Gebäude ein und gefährdet die Gesundheit der Bewohner und Nutzer.

INFOBOX: 

Radon (Rn) entsteht als radioaktives Zerfallsprodukt des natürlichen (ebenfalls radioaktiven) Elementes Radium (Ra) in fast allen Böden und Gesteinen. Es ist chemisch gesehen ein radioaktives Edelgas. Radon ist gasförmig und deshalb besonders mobil. Es tritt aus den Erdböden in die freie Atmosphäre (Außenluft) aus und dringt durch diese Beweglichkeit somit auch in Gebäude ein.

Metapher - Radon könnte in den Keller eindringen

Heizung im Keller

Quelle: fotolia und binker.eu

In Gebäuden können hohe Radonkonzentrationen zu einem deutlichen Lungenkrebsrisiko der Bewohner und Nutzer führen. Die europäische Kommission empfiehlt, den Mittelwert der Radon-Aktivitätskonzentration in Neubauten (Innenräumen) auf maximal 200 Bq/m3 zu begrenzen. In Bestandsbauten bzw. Altbauten sollte der Referenzwert von langfristig 300 Bq/m3 nicht überschritten werden (mindestens 1 Jahr lang messen!). Die WHO plädiert für 100 Bq/m3. Weitere Sachverständige sogar für noch niedrigere Referenzwerte. Hauptursache einer erhöhten Rn-Konzentration im Gebäude ist der konvektive Eintritt des Radongases aus dem Baugrund ins Gebäude, also überwiegend über die Gründung/Bodenplatte und Keller, vor allem wenn es sich um Streifenfundamente handelt.

Radon könnte über Leitungszuführungen in den Keller gelangen

Bodenriss als potentieller Radoneintrittspfad

Quelle: fotolia und radonfachperson.org

Radon kann über alle erdberührten Gebäudeflächen, wie Fundamente und Kellerwände, eindringen oder aber auch über hangberührte Wände. „Gebäude-Schadstellen“, ungenügende (Feuchte-) Abdichtungen, Fugen, Spalten, Schlitze und Risse sind bevorzugte Radon-Eintrittswege bzw. Radon-Eintrittspfade. Radon tritt mittels Konvektion als sehr mobiles Gas ein. Auch Schächte, Kamine, Hohlräume und „luftdurchlässige“ (=poröse) Materialien in Wänden, die eine Verbindung zum Gebäudeuntergrund haben, begünstigen den Eintritt des Radons. Sie sorgen somit auch für eine weitere Ausbreitung des Radons innerhalb des Hauses. Besonders offene Treppenhäuser sind negativ zu bewerten, denn dadurch gelangt Radon schnell vom Keller bis in die Obergeschoße. Auch Baumaterialien selbst können Radon in die Raumluft „abgeben“ bzw. exhalieren (Flossenbürger Granit, Schlacken, Bimsstein, Schiefer etc.). Selbst energetische Sanierungen tragen oftmals durch verbesserte Gebäudedichtigkeiten zu erhöhten Radonkonzentrationen bei.

Bei der Radonsanierung wird die Radonaktivitätskonzentration in Ihrem Gebäude durch technische Maßnahmen soweit gesenkt wie möglich oder wie wirtschaftlich vertretbar, um das Gesundheitsrisiko deutlich zu reduzieren. 

Technische Maßnahmen sind z.B.

  • der Einbau von Belüftungsanlagen
  • Abdichtungen von Radon-Eintrittspfaden, wie Risse und Fugen
  • Einbau von Radonbrunnen
  • Installation von Unterbodenabsaugungen
  • Radonsaugereinsatz
  • Überdruckmethoden

Radonsauger

Abgedichtete Leitungsdurchführung

Quelle: binker.eu

Radonsauger: Dabei handelt es sich um Ventilatoren, die speziell für die Radonsanierung entwickelt wurden. Sie sind langlaufstabil, stromverbrauchsarm und leise

Radonturbine: Das sind moderne Absauganlagen, die effektiv die Radonkonzentration unter der Gebäude-Bodenplatte absaugen